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News

12. Februar 2020

Volles Haus, anregende Diskussionen und bestes Brot beim 4. Weinheimer Brotforum

Bereits zum vierten Mal kamen an der Bundesakademie Weinheim rund 150 leidenschaft­liche Brotbäcker/innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammen, um über die Entwicklungen des Brotmarktes und die Zukunft des Brotes zu diskutieren. Die Veranstaltung begann traditionell mit einem Vorabendtreff bei Brot & Wein. Für anregenden Zündstoff beim Brotforum selbst sorgte die Riege der Referenten. Nach dem Opening durch Direktor Bernd Kütscher, der aktuelle Marktzahlen präsentierte, verdeutlichte Dr. Gerhard Bossel­mann von der Land­bäckerei Bosselmann (Hannover) in deutlichen Worten die Heraus­forderungen, vor denen die Branche steht. Seine Botschaft: Die Luft wird dünner und wer als Bäckerei ein „Gemischtwarenladen“ ohne Profil bleibt, für den wird es in Zukunft sehr schwer. In seinen Ausführungen ging der Referent auf die verschiedenen Betriebs­typen ein und gab individuelle Empfehlungen. Anschließend wurde lebhaft diskutiert.

Im zweiten Block der ausgebuchten Veranstaltung begrüßte Moderator Prof. Michael Kleinert (Wädenswil, Schweiz) den Mediziner Dr. Björn Hollensteiner (Haltern am See), der als Arzt praktiziert, sich aber auch in der Hobbybäcker-Szene als „der Brotdoc“ einen guten Namen gemacht hat. Er stellte die riesige Community leidenschaftlicher „Bread Heads“ im Netz vor und lud die Profis ein, sich dort einzubringen und damit zu zeigen, dass man sein Handwerk noch richtig beherrsche. Jene, die in den verschiedenen Online-Foren bereits aktiv seien, wären sehr willkommen und auch deren Bäckereien profitierten hiervon. Dipl. Ing. Thomas Lepold (Oberursel) zeigte die überzeugenden Einsatzmöglichkeiten von Leguminosen wie z.B. Ackerbohnen bei der Brotherstellung, bevor Karl de Smedt (St. Vith, Belgien) den Tagungsgästen mit seiner sympathischen Art die Welt der Sauerteige und seine Sauerteig-Bibliothek vorstellte.

Der dritte Teil bestand aus einer Talkrunde mit der Frage: „Ist die Zukunft des Brotes weiblich?“. Die Runde eröffnete Christa Lutum (Berlin), die in der Lebensmitte ihre Anteile an einer erfolgreichen Filialbäckerei verkauft hat und mit einer kleinen Bio-Bäckerei nochmals neu durchgestartet ist. Sie stellte u.a. das unterschiedliche Kaufverhalten von Männern und Frauen dar. Marie Simon (Löhne), Juniorchefin einer Familienbäckerei und auch als Miss Handwerk und als Fernsehbäckerin bekannt, brachte sich charmant in die Diskussionen mit dem Publikum ein. Hinzu kam Schauspielerin Ava Celik (Berlin), die aus gesundheitlichen Gründen angefangen hat, ihr eigenes Brot zu backen und mit „Aera Bread“ inzwischen eine vielbeachtete glutenfreie Bäckerei betreibt. Ergänzt wurde die Talkrunde um Sophie Hinkel (Düsseldorf), welche die berühmte Bäckerei ihres beim Brotforum anwesenden Vaters Josef Hinkel weiterführen möchte. In der nach­folgenden Kommunikationspause konnten die Tagungsgäste auch das qualitativ sehr überzeugende Brot der Referentinnen testen.

Zum Abschluss des 4. Weinheimer Brotforums stellte Prof. Michael Kleinert gemeinsam mit Jochen Baier (Herrenberg) als UIBC Weltbäcker des Jahres 2018 die Umsetzung der Themen Qualität, Transparenz, Kommunikation und Nachhaltigkeit in der Bäckerei Baier vor, was sehr gut ankam. Bernd Kütscher bedankte sich bei allen Referenten, den Tagungsgästen und bei seinem Team für die enorme Leistung im Hintergrund. Erneut stellte sich heraus: Das Kulturgut Brot hat noch Marktpotenzial und einen größeren Stellenwert in Ernährung und Gesellschaft verdient.

 

Save the date: Das 5. Weinheimer Brotforum wird am Dienstag 2. März 2021 stattfinden.

 

Die Fotos anbei sind honorarfrei, auf Wunsch können weitere Fotos geliefert werden, auch hochauflösend. Quelle: „Bundesakademie Weinheim, Foto Ingo Hilger“