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News

25. April 2018

Megatrend Urgetreide bietet noch viel Potential

Gemeinsamer „Praxistag Urgetreide“ der Universität Hohenheim und der Bundesakademie Weinheim zeigte Chancen und viele Wege, um diese zu nutzen

Durch den engen Kontakt der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim zur Wissenschaft ist seitens der Universität Hohenheim vor einigen Monaten die Idee vorgebracht worden, eine gemeinsame Veranstaltung zu konzipieren, um das Potential dieses Rohstoffsegments für Bäckereien und Konditoreien darzustellen. Gesagt, getan! Zum ausgebuchten „Praxistag Urgetreide“ sind nun Teilnehmer/innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sowie aus Griechenland nach Weinheim gekommen, wie Bernd Kütscher als Direktor der Akademie bei seiner Begrüßung erfreut feststellte. Mit Charts zu den Marktveränderungen im Brotmarkt und hieraus resultierenden Chancen führte er in die Tagung ein, bevor Getreideforscher Dr. Friedrich Longin von der der Universität Hohenheim interessante Kenntnisse zu alten Getreidearten vermittelte.

Dr. Heiko Zentraf von der GMF stellte anschließend die Entwicklung des Dinkelmarktes vor. Nach seinen Berechnungen haben Dinkelbackwaren in Deutschland derzeit einen Marktanteil von 6,5 %, was beachtlich, aber noch ausbaufähig ist. Nicht umsonst hat das Deutsche Brotinstitut das Dinkel-Vollkornbrot zum „Brot des Jahres 2018“ gekürt.

Siegfried Brenneis gab als „Urkorn-Revolutionär“ anschließend verschiedene Impulse zum Marketing entsprechender Produkte und verband diese mit wertvollen Praxistipps für die Herstellung. Sein Appell: „Urgetreide bietet viele Chancen. Werden sie aktiv!“. Franz Xaver Ladenburger von der Heimatsmühle stellte anschließend die Herausforderungen der Mühlenbranche im Bereich alter Getreidearten anschaulich dar.

Ein aus Sicht der Teilnehmer weiteres Highlight war auch der Beitrag von Brotsommelier Stefan Keller von der Fa. CSM, welcher den Teilnehmern schwungvoll den emotionalen Wert von Brot nahebrachte. „Brot macht nicht einfach nur satt. Brot ist auch Leben, Tradition, Emotion und Genuss“, führte er ein.

Auch „Dinkelpapst“ Horst Deffland schaute kurz aus seinem parallel laufenden Seminar in den Lehrbackstuben der Akademie vorbei, um den Teilnehmern des Praxistages bäckereitechnologische Hinweise zur optimalen Verarbeitung von alten Getreidearten zu vermitteln.

Nach einer Kaffeepause mit leckerem Urgetreide-Kuchen gab Tobias Pfaff von der ADB Bäckerfachschule Stuttgart Praxistipps für die Verwendung von Urgetreiden in der Feinbäckerei und Konditorei – noch immer eine absolute Nische und damit eine weitere Chance.

Den gelungenen Abschluss der hochkarätigen Veranstaltung bildete Heiner Beck von der Fa. BeckaBeck auf der Schwäbischen Alb, der in jungen Jahren mit dem Anspruch angetreten ist, dem Dinkel „seine Heimat wiederzugeben“ und diesen in der Region entsprechend wiederzubeleben. Beck plädierte für einen intensiven Dialog mit Getreidezüchtern, Landwirten sowie regionalen Mühlen, was er selbst in bester Weise vorlebt, mit großem Markterfolg.

Die nächste gemeinsame Veranstaltung zum Thema Urgetreide findet am 3. Juli an der Universität Hohenheim statt.

Anbei verschiedene Fotos aus der heutigen Veranstaltung. Foto 1 zeigte Stefan Keller bei seinen Ausführungen. Auf Foto 2 sind (v.r.n.l) Dr. Friedrich Longin, Siegfried Brenneis, Heiner Beck sowie Bernd Kütscher abgebildet.